Eine Art Blick durchs Schlüsselloch, und zwar auf Zukünftiges, erlaubt Stephan Winklers Ensemblewerk Von der Gewissensnot der Insekten – ein, so der in Berlin lebende Komponist, „rein instrumentaler Vorbote eines umfangreichen Musiktheaterwerks“, welches das Ensemble musikFabrik im Februar 2014 mit der Oper Wuppertal zur Uraufführung bringen wird. Der Universums-Stulp lautet der rätselhafte Titel dieses abendfüllenden Bühnenwerks, für das der gleichnamige Roman von Eugen Egner die Vorlage lieferte.
Eugen Egner (*1951), der anfangs als Grafiker und Übersetzer (u.a. von Monty Python) arbeitete, als Zeichner und Autor für den WDR tätig war (u.a. für Die Sendung mit der Maus) und sich ab 1988 mit Zeichnungen und Texten u.a. in der Zeitschrift Titanic und der taz einen Namen machte, dringt in seinen Erzählungen, Romanen und Hörspielen, aber auch in seinen Comiczeichnungen in groteske und surreale Bereiche vor. Für diese Welt, in der das drastisch Überzeichnete, Ungeheuerliche und Absurde ganz selbstverständlich seinen Platz hat, begeisterte sich Stephan Winkler bereits vor vielen Jahren – und das, obwohl er anfangs, wie er selber ausführt, kaum einen Zugang etwa zur Ästhetik des Comics hatte.

Stephan Winkler, Komponist, Axel Porath, Viola / 12.05.2006 / Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland / Bonn
Ähnlich schwer tat Winkler sich mit dem Genre der Oper, doch schließlich war es – neben Karl Kraus’ Text Grimassen über Kultur und Bühne von 1909 – gerade Egners Schaffen, das ihm eine Perspektive in Sachen Musiktheater aufzeigte. „Nach der Lektüre einiger Romane und Erzählungen Eugen Egners“, so Winkler, „wurde immer deutlicher, dass einige derselben exakt die Art von Materie besaßen, aus welcher auch heute ein gelungenes und zeitgemäßes Musiktheater entstehen könnte.“ Weiterlesen →